Hast du dich schon mal an deinen Teichrand gestellt und deine Kois lautstark gerufen oder sie vielleicht sogar aus Spaß angeschrien? Wenn ja, wirst du vermutlich eine Entdeckung gemacht haben: Es passiert absolut gar nichts. Keine Verhaltensänderung, kein wegschwimmen, keine Reaktion.
Man könnte es sich jetzt leicht machen und sagen: „Logisch, Fische haben ja keine Ohren, also sind sie taub.“ Doch das ist ein großer Irrtum! Kois besitzen tatsächlich keine sichtbaren Ohren wie wir Menschen, aber sie verfügen über ein absolut herausragendes Gehör.
In diesem Artikel erfährst du, wie das faszinierende Gehör der Kois funktioniert, warum sie dich von außen trotzdem nicht hören können und warum unsichtbarer Lärm im Koiteich zur echten Gefahr für deine Fische werden kann.
Wir Menschen nutzen unsere Ohren und das Trommelfell, um Schallwellen in der Luft wahrzunehmen. Beim Koi sucht man Ohrmuscheln vergeblich. Dennoch ist die Unterwasserwelt alles andere als leise. Das Besondere daran: Schallwellen verbreiten sich unter Wasser etwa vier- bis fünfmal schneller als an der Luft.
Um in diesem dynamischen Umfeld zu überleben und sich zu orientieren, haben Karpfenfische im Laufe der Evolution ein hocheffizientes, internes Hörsystem entwickelt. Kois hören also nicht trotz, sondern wegen ihrer speziellen Anatomie hervorragend.
Wenn man einen Koi „durchleuchten“ würde, käme ein faszinierendes biologisches System zum Vorschein. Das Hören funktioniert bei ihnen durch das perfekte Zusammenspiel dreier Komponenten:
Die zweiteilige Schwimmblase des Kois ist primär dafür da, dass sich der Fisch im Wasser austarieren kann. Mehr Gas bedeutet eine höhere Position im Wasser, weniger Gas bedeutet Tauchgang. Da diese gasgefüllte Blase jedoch komplett von Wasser umgeben ist, fungiert sie als perfekter Resonanzkörper. Sie fängt Schallwellen und Unterwasserschwingungen wie ein Mikrofon auf.
Die von der Schwimmblase aufgenommenen Schwingungen müssen nun verarbeitet werden. Hier kommen die sogenannten Weberschen Knöchelchen ins Spiel. Diese winzigen Knochenteile leiten die Vibrationen direkt an das Innenohr weiter. Das Innenohr ist ein labyrinthartiges, mit Flüssigkeit gefülltes Gebilde. Von dort aus wird die Information blitzschnell verarbeitet und an das Gehirn des Kois weitergeleitet.
Wenn Kois so ein exzellentes Gehör haben, stellt sich die berechtigte Frage: Wieso hören sie dann nicht auf mich, wenn ich am Teich stehe?
Die Antwort liegt in der Physik des Wassers. Wasser hat eine viel höhere Dichte als Luft. Wenn du von außen in den Teich rufst, treffen die Schallwellen auf die Wasseroberfläche – und prallen dort ab. Die Wasseroberfläche wirkt in diesem Fall wie ein Spiegel, der die Schallwellen zu über 99 Prozent reflektiert.
Du kannst dir das vorstellen wie im Schwimmbad: Wenn du deinen Kopf unter Wasser hältst, hörst du auch fast nichts von dem, was draußen gesprochen wird. Es liegt also nicht an der Ignoranz deiner Fische, dass sie nicht auf dich hören – der Schall kommt einfach nicht bei ihnen an.
Dieses Wissen über die Schallreflexion ist für Koi-Halter von enormer Bedeutung. Denn während Geräusche von außerhalb kaum in den Teich dringen, verhält es sich mit Geräuschen innerhalb des Wassers ganz anders. Kois hören alles, was im Wasser passiert, extrem laut und deutlich.
Hast du eine Teichpumpe, bei der ein Zahnrädchen locker ist? Oder vibriert die Filteranlage unbemerkt? Von außen nimmst du dieses permanente Brummen vielleicht gar nicht wahr. Für deine Kois im Wasser kann das jedoch die reinste Folter bedeuten. Auch ein Luftausströmer, der statt feinen Perlen nur noch große „Blubberblasen“ produziert, erzeugt unter Wasser einen enormen Lärmpegel.
Kois sind sehr soziale Tiere. Was viele nicht wissen: Sie kommunizieren miteinander! Dabei erzeugen sie feine Geräusche, die sie über ihr empfindliches Gehör wahrnehmen. Wenn im Teich jedoch ein permanenter Lärmpegel durch defekte oder schlecht platzierte Technik herrscht, wird diese Kommunikation blockiert.
Die fatalen Folgen von dauerhaftem Lärm im Koiteich:
Kois können hervorragend hören – allerdings nur das, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt. Als Teichbesitzer solltest du daher regelmäßig die Technik überprüfen.
Deine Checkliste für einen ruhigen Koiteich:
Deine Kois werden es dir mit Gesundheit, Vitalität und einem stressfreien Leben danken!
Ja, Kois können sogar hervorragend hören. Obwohl sie keine äußeren Ohren wie Menschen besitzen, haben sie ein hochentwickeltes inneres Gehörsystem, mit dem sie Schallwellen unter Wasser optimal wahrnehmen können.
Äußerlich sichtbare Ohren haben Kois nicht. Sie besitzen jedoch ein flüssigkeitsgefülltes Innenohr im Schädel, das über die sogenannten Weberschen Knöchelchen mit der Schwimmblase verbunden ist.
Da Wasser eine höhere Dichte als Luft hat, werden über 99 % der Schallwellen von der Wasseroberfläche wie von einem Spiegel reflektiert. Rufe von außerhalb dringen daher fast gar nicht zu den Fischen durch.
Da sich Schall unter Wasser extrem schnell ausbreitet, bedeutet Lärm im Koiteich (z.B. durch vibrierende Teichpumpen oder laute Belüfter) Dauerstress für die Fische. Dies stört ihre Kommunikation, schwächt das Immunsystem und kann die Kois letztendlich krank machen.
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